Sabine Elender
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Die Zehner

beginnen mit der Staatsschuldenkrise im Euroraum mit Rettungsschirm und ESM, dem arabischen Frühling 10, der Occupy-Wall-Street-Bewegung 11. Schlagworte und Deepwater Horizon, Eyjafjallajökull 10, Karastrophe Deepwater Horizon 10, Massenpanik bei der Loveparade 10, Arabischer Frühling 10, Erdbeben bei Port-au-Prince 10, NSU-Mordserie 11, Fukushima 11, Occupy Wall Street-Bewegung 11, Pussy Riot 12, Ukrainekrise 14, Terrorbewegung IS 14.
Das One World Trade Center wird eröffnet 14. Schlagworte: Tabletcomputer, 3-D Fernseher, Edward Snowden, Fingerabdrucksensor, Google Glass G 20, Rückführung.

MEINE Zehner:

Gleich das erste Jahr 2010 ist voller Abschiede. Im Mai stirbt meine Schwiegermutter, am 11. September meine Mutter kurz nachdem wir sie in unsere unmittelbare Nähe in ein Pflegeheim geholt hatten. Ich habe unendlich viel Mühe und Aufwand nicht gescheut, und trotzdem wurde sie schneller dement als dass sie von der Nähe zu uns profitiert hätte. Für mich fühlte es sich an wie der Kampf gegen Düsenjetflügel, so viel Arbeit - und sie stirbt unter unseren Augen weg. Betroffenheit. Erschöpfung. Traurigkeit. Leere.

Die Regeneration dauert lange. Es beginnen ruhige Jahre im Sinne von lastig, beschwerlich. Die Besuchsfahrten zu den früher noch lebenden Angehörigen fallen nun ganz weg, aber das gesamte Familiengefüge muss sich nun auch neu ordnen. Und das benötigt Zeit.

Von unseren tierischen Freunden sind bis 2017 fünf unserer Kaninchen gestorben, auch das waren traurige Augenblicke. Jetzt lebt noch ein altes Pärchen und erhält ein liebevolles Gnadenbrot bei uns.

Wir sind oft in der Natur unterwegs oder im Garten. Es werden unsere "Wanderjahre", die nicht nur in die fantastische Natur um uns herum führen, sondern auch mäandernd in vergangene Jahre tasten. Der Blick aufs Leben ist ein anderer geworden, er ist nicht mehr so zukunftslastig, eher bedächtig vergleichend, neue Prioritäten setzend. Und die verbleibenden Möglichkeiten des voranschreitenden Alterns auslotend.




Wandern kann man nicht nur im Außen, sondern auch in die eigene Innenwelt. In Gedanken reisen, ohne Staus, ohne Menschenaufläufe, ohne zweckfreie Wartezeiten. Überall hin. Auch in die Vergangenheit. Endlich ist genug Zeit vergangen, in der die Winde des Zorns und der Wut in sich zusammengefallen sind und Platz wird für "Besuche" in Frieden. Ich finde Abstand und in mir gelingt eine sehr nachdenkliche Wiederannäherung an meine Verstorbenen.

Mein Bedarf an Klarheit und Übersichtlichkeit erreicht eine neue Wichtigkeit, d.h. viele Dinge haben ihre Zeit überschritten und "müssen weg". Ich bin einerseits froh um jedes Teil, das wir fortgegeben haben. Andererseits dauerte es oft lange, bis ich mich von einigen Sachen trennen konnte.
Leider müssen auch die Rollschuhe und die Schlittschuhe sowie alle Pumps und sonstige Stöckelschuhe weg. Wieder ein Verlust. Diesmal an Lebensqualität, finde ich. Aber es gibt ja superschicke Sneakers.

Ich gestatte mir hin und wieder, zu sein "wie die Kinder" und entdecke meine Freude am Basteln mit Papier und Pappe. Ganz privat, das muss ja nicht in die Ausstellung. Zuerst Sterne über Sterne in der Weihnachtszeit, dann Fische aus Seidenpapier als Fensterschmuck und Vögel als nächstes Gedankenprojekt. Vielleicht auch Blümchen. Mal sehen, was mir noch einfällt.
Es muss nicht mehr absolut fehlerfrei sein, so herrlich unperfekt ist auch in Ordnung.
Die wichtigste Frage ist doch:  Was ist WIRKLICH  WICHTIG? Für mich lautet die Antwort: weiter lernen, weiter wachsen, nicht stehenbleiben, nicht glauben es wäre irgendwann genug getan.







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    Dinge, die man als Kind geliebt hat, bleiben im Besitz des Herzens bis ins hohe Alter.
Das schönste im Leben ist, dass unsere Seelen nicht aufhören an jenen Orten zu verweilen,
wo wir einmal glücklich waren.

Khalil Gibran