Sabine Elender
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Ich bin 1957 in Kiel als Sabine Bärwald geboren worden und sollte ein robuster Junge werden.
Im Grunde lief dadurch schon von Anfang an sehr Vieles verkehrt.

Denn es gab und gibt nichts Schöneres für mich, als in das Reich der Farben und die Natur einzutauchen und schöpferisch tätig zu sein. Vor mich hinpusseln, in aller Stille, wenn nichts meine Gedanken ablenkt.
Freude macht mir nahezu alles, was mit Natur, Farben und Künstlerischem zusammenhängt.

Erst 1964 wurde ich eingeschult, wegen meiner Zartheit war ich ein Jahr "zurückgestellt" worden. Das war für alle Beteiligten schwierig, denn ich war quirlig, wissbegierig und wollte stets beschäftigt sein. In der Schule lief es gut, ab 1967 ging ich auf das Gymnasium. Aus Gründen, die mit meiner eigentlichen Beschaffenheit erklärbar werden, erreichte ich nur durchschnittliche Noten. Nach dem Abi 1976 begann ich in eine kaufmännische Aus- und Weiterbildung.

Solange ich denken kann, war das Fotografieren das, was mich faszinierte. Erste Versuche mit einer "Agfa-Klack" hatten in mir den Wunsch nach mehr geweckt. Während der Schulzeit hatte ich Fotokurse belegt bzw. gegeben, mich mit der Materie selbst vertraut gemacht, und in eigener Dunkelkammer gewerkelt. Mittlererweile war ich stolze Besitzerin einer Olympus OM-2.
Nun gab der Beruf den Takt vor, und die Zeit fürs Fotografieren wurde knapp. Da ich mich zur Handelsassistentin und Abteilungsleiterin ausbilden ließ, wählte ich den Abteilungsverbund Foto-Uhren-Schmuck. In der Zeit bildete ich Auszubildende warenkundlich aus. 1983 heiratete ich, und mein Mann und ich beschlossen, uns beruflich zu verändern.

Innerhalb meiner Weiterbildung waren häufige Versetzungen Alltag und Prüfstein gewesen, und ich hatte in Duisburg, Bremen, Delmenhorst und Velbert gelebt. 1985 zogen wir an unseren jetzigen Wohnort. Ich hatte damit meinen 8. Umzug innerhalb von 8 Jahren hinter mir. Eine unterfordernde berufliche Situation, lange Fahrzeiten, keine Honorierung der Arbeitsleistung, das Ausbrennen war ein schleichend langsamer Prozess.
Die erwartete Robustheit hatte mich total erschöpft und ich durchlebte eine lange schwere Zeit.

Zu meiner Heilung hat die Besinnung auf mein eigentliches So-Sein in der Welt und der Neu-Entdeckung meiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten geführt. In der dunkelsten Zeit hat mir immer die Beschäftigung mit Fotografieren, Malen, Schmuck herstellen und am Computer arbeiten geholfen. Ich entdeckte nach einer Neuorientierung der Fotografie - nun digital - meine Liebe zum Werkstoff Glas in allen seinen Erscheinungsformen. Schon als Kind hatten mich die Glasmurmeln stets fasziniert. Nun saß ich am Brenner und wickelte meine ersten eigenen Glasperlen oder schnitt Glasplatten zurecht für Mosaike und für Tiffanyarbeiten.

Obwohl in einer Großstadt aufgewachsen, hatte ich schon immer einen innigen Bezug zur Natur und den Wunsch, mich in ihr bewusst zu bewegen. Während meiner Fotoexkursionen tankte ich Ruhe und die Gewissheit, bei mir angekommen zu sein. Dementsprechend begeistert widmete ich mich unserem Garten. Das ist bis heute so geblieben. Der Garten und seine Gestaltung ist nicht nur mein Hobby, sie ist meine Leidenschaft.
Nachdem ich meinen Beruf aufgeben musste, fiel ich nicht in ein tiefes Loch, sondern musste mir nun endlich Zeit nehmen, mich um mich selbst zu kümmern. Viele Jahre lang arbeitete ich meine erlittenen seelischen Traumata aus meinen ersten Lebenstagen und -jahren auf. Nicht alles kann überschrieben werden, dicke Narben sind geblieben. So treten Phasen mit Schwermut und Depressionen immer wieder auf, aber ich kann dem heute anders begegnen als früher.

Heute weiß ich: Ich bin hochsensibel und war es schon immer. Das erklärt meine künstlerische Begabung. Und gleichzeitig vielerlei Beschwerlichkeiten in meinem Lebensalltag. Hochsensible besitzen offenere Sinne und durchlässigere Grenzen. Vieles, was für die meisten Menschen selbstverständlich ist, ist mir nicht möglich, da ich schneller und früher überreizt und überlastet bin als andere. Ich nehme viel mehr Informationen auf und feine Einzelheiten in einem größeren Spektrum wahr.

Bei fast allen Menschen wird ein Großteil der Informationen aus der Umwelt aus der Wahrnehmung herausgefiltert zum Schutz vor Überflutung. Das ist bei mir nicht so. Gruppen von Menschen eng aneinander gedrängt, z.B. in U-Bahn oder in Kaufhäusern, die dadurch verursachte Wärme, viele Gerüche und unterschiedliche Geräusche, die für normale Menschen keine besondere Herausforderung darstellen, bedeuten für mich eine oft unerträgliche Belastung.

Wenn sich hochsensible Menschen aus solchen Situationen zurückziehen oder sich gar nicht erst auf sie einlassen, wird das häufig als Ungeselligkeit, Snobismus, elitäres Empfinden oder Unhöflichkeit interpretiert.
In Wirklichkeit ist es Schutz vor der Überreizung, die das Nervensystem an die Grenze der Überlastung bringt. Hochsensible erreichen die Schwelle der Überstimulation sehr viel früher als der Rest (der Menschen). Mit der Hochsensibilität geht häufig auch eine erhöhte Vulnerabilität einher. Das bedeutet, mit einer erhöhten Verletzlichkeit, Verwundbarkeit, einer geringeren Belastbarkeit leben zu müssen. Jeder Tag ist für mich eine neue Herausforderung.





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    Dinge, die man als Kind geliebt hat, bleiben im Besitz des Herzens bis ins hohe Alter.
Das schönste im Leben ist, dass unsere Seelen nicht aufhören an jenen Orten zu verweilen,
wo wir einmal glücklich waren.

Khalil Gibran