Sabine Elender
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Das Leben die Liebe die Suche der Weg
Sinnsuche - Eine Sammlung von Parabeln und Aphorismen verschiedener Autoren


Das Gestern ist nur ein Traum, das Morgen nur eine Vision.
Aber das Heute, richtig gelebt,
macht das Gestern zu einem Traum voller Glück und jedes Morgen zu einer Vision der Hoffnung.
Daher achte gut auf diesen Tag.

-Aus dem Sanskrit-


Unsere Gedanken haben eine ungeheure Kraft. Es ist in unsere Entscheidung gelegt, diese Macht zu unserem Nutzen oder Schaden einzusetzen.
Mit der Kraft der Gedanken bestimmen wir nicht nur über Gesundheit und Krankheit, sondern unsere Gedanken sind unser Schicksal. Das ist eine Gesetzmäßigkeit, der sich keiner entziehen kann; aber gleichzeitig eine wunderbare Chance.

-William James, amerikanischer Philosoph und Psychologe, 1842 - 1910


Weinend
sagte Franziskus eines Tages zum Herrn:
Ich liebe die Sonne
und die Sterne.
Ich liebe Klara
und ihre Schwestern.
Ich liebe das Herz der Menschen
und alle schönen Dinge.
Herr, du musst mir verzeihen,
denn nur dich sollte ich lieben.


Lächelnd
antwortete der Herr:
Ich liebe die Sonne
und die Sterne.
Ich liebe Klara
und ihre Schwestern.
Ich liebe das Herz der Menschen
und alle schönen Dinge.
Mein Franziskus, du musst nicht traurig sein,
denn das alles liebe auch ich.

Ein Volkslied aus Umbrien





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Übersicht:

Der Tempel der 1000 Spiegel - Indisch
Glückseligkeit, nach der wir streben - Dalai Lama
Unsere tiefgreifendste Angst - Nelson Mandela
"Ko-yaa-nis-kat-si"
Was wiegt eine Schneeflocke - aus dem Magazin zum Kirchenjahr "Andere Zeiten"
Was es ist - Erich Fried
Von den Kindern - Khalil Gibran
Himmel und Hölle - Östliche Lehrgeschichte
Ich der Schmetterling - Taoistisch
Ein Grashalm sagte - Khalil Gibran
Die Wirklichkeit - Indische Lehrgeschichte
Ich gehe dieselbe Straße -
aus dem tibetischen Buch vom Leben und vom Sterben

Die Hummel - Berit Anders
Wo Gott wohnt - Martin Buber
Die Palme - Indische Lehrgeschichte
Der Elefant oder die dünnen Fesseln der Gewohnheit - Paulo Coelho
Die beiden Käfige - Khalil Gibran
Die blaue Feder - Paulo Coelho
Furchtlosigkeit - Chögyam Trungpa
Dein Leben - J. P. Sartre
Herbst - Hilde Domin
von Henry Nouwen
Stille - östliche Weisheit
Die Prinzessin und der Drache - Rainer Maria Rilke
Aus der Gosse - östliche Weisheit
Die wahre Entdeckungsreise - Marcel Proust






Der Tempel der tausend Spiegel




Es gab in Indien den Tempel der tausend Spiegel. Er lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war gewaltig. Eines Tages kam ein Hund und erklomm den Berg. Er stieg die Stufen des Tempels hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel.
Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde. Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne. Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden bestehe.

Einige Zeit später kam ein anderer Hund, der den Berg erklomm. Auch er stieg die Stufen hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel. Als er in den Saal mit den tausend Spiegeln kam, sah auch er tausend andere Hunde. Er aber freute sich. Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf. Dieser Hund verließ den Tempel mit der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden bestehe, die ihm wohlgesonnen sind.

Eine Geschichte aus Indien

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Glückseligkeit, nach der wir streben



Eines der Hauptelemente der Lehren Buddhas liegt in der Bedeutung des inneren Weges.
Was wir auch immer für äußere Entwicklungen durchmachen in dieser Welt
oder was für wunderbare Dinge wir in ihr sehen mögen,
ohne eine entsprechende innere Entfaltung werden wir die Glückseligkeit, nach der wir streben, nie erlangen.
In dem Maße jedoch, in dem es uns gelingt,
den inneren Weg zu gehen,
ein warmes Herz für andere zu haben
und ruhe für unseren Geist zu finden,
liegt die wahre Hoffnung für Frieden und Freude in der Welt.

Dalai Lama

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Unsere tiefgreifendste Angst



ist nicht,
wir könnten ungenügend sein.
Unsere tiefste Angst ist, über alles Messbare
hinaus kraftvoll zu sein.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit,
das uns am meisten Angst macht.
Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant, großartig,
talentiert, phantastisch zu nennen?
Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen?
Du bist ein Kind Gottes.
Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt.
Es ist nichts Erleuchtetes daran,
sich klein zu machen,
damit andere um dich herum
sich nicht unsicher fühlen.
Wir sind alle dazu bestimmt, zu leuchten,
wie es die Kinder tun.
Wir sind geboren, um den Glanz Gottes,
der in uns ist, zu manifestieren.
Er ist nicht nur in einigen von uns,
er ist in jedem einzelnen.
Und wenn wir unser Licht erscheinen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen
die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
befreit unsere Gegenwart von selbst andere.


Nelson Mandela nach 27-jähriger politischer Haft in seiner Antrittsrede als südafrikanischer Staatspräsident 1994

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In der Sprache der Hopi-Indianer gibt es den Begriff
"Ko-yaa-nis-kat-si"
Er bedeutet
so viel wie
"Welt in Verrücktheit, Zerstörung und aus der Balance"
aber auch

"Welt im Aufbruch zu Neuem."

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Was wiegt eine Schneeflocke?
aus dem Maganzin zum Kirchenjahr - www.anderezeiten.de



"Sag´ mir, was wiegt eine Schneeflocke",
fragte der rote Vogel die Taube.
"Nicht mehr als ein Nichts", gab sie zur Antwort. "Dann muss ich dir eine Geschichte erzählen:
Ich saß auf dem Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing;
nicht etwa heftig im Sturmgebraus, nein, wie im Traum, lautlos und ohne Schwere.
Da nichts Besseres zu tun war, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und auf die Nadeln fielen und darauf hängen blieben.
Genau 3.741.952 waren es.
Und als die 3.741.953 Flocke niederfiel, nicht mehr als ein Nichts, brach der Ast ab."
Damit flog der rote Vogel davon.
Die Taube, seit Noahs Zeiten eine Spezialistin in dieser Frage, sagte zu sich leise:
"Vielleicht fehlt nur eines einzelnen Menschen Stimme
zum Frieden der Welt."

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Erich Fried: Was es ist



Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt die Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

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Khalil Gibran: Von den Kindern



Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freunde gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt Er auch den Bogen,
der fest ist.


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Himmel und Hölle - Eine östliche Lehrgeschichte



Ein mächtiger Samurai beschloß, seine spirituelle Bildung zu vertiefen.
So machte er sich auf, einen berühmten buddhistischen Mönch zu suchen, der als Einsiedler hoch in den Bergen lebte.
Als er ihn gefunden hatte, forderte er:
"Lehre mich, was Himmel und Hölle sind!"
Der alte Mönch sah langsam zu dem Samurai auf, der über ihm stand, und musterte ihn von Kopf bis Fuß.
"Dich lehren?" kicherte er.
"Du mußt sehr dumm sein, wenn du denkst, ich könnte dich etwas lehren. Schau dich an, du bist unrasiert, du stinkst, und dein Schwert ist wahrscheinlich verrostet."
Der Samurai geriet in Wut.
Sein Gesicht wiurde rot vor Zorn, als er sein Schwert zog, um dem lächerlichen Mönch, der da vor ihm saß, den Kopf abzuschlagen.
"Das", sagte der Mönch ruhig, "ist die Hölle."
Der Samurai ließ sein Schwert fallen.
Daß dieser Mönch sein Leben riskiert hatte, um einen völlig Fremden etwas zu lehren, erfüllte sein Herz mit Liebe und Mitgefühl.
Tränen stiegen in seine Augen.
"Und das", sagte der Mönch, "ist der Himmel."

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Ich, der Schmetterling
Taoistisch



Einst träumte mir, dem Tschuang, ich sei ein Schmetterling.
Ich flatterte von Blüte zu Blüte, naschte hier und naschte dort, ahnte nichts davon, daß ich Tschuang bin, und war absolut glücklich.
Dann aber erwachte ich, und nun war ich wieder Tschuang. Jetzt aber weiß ich nicht:
Bin ich ein Mensch, der geträumt hat, er sei ein Schmetterling?

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Khalil Gibran: Ein Grashalm sagte



ein Grashalm sagte zu einem Blatt im Herbst:
"Du machst solchen Lärm, wenn Du fällst! Du störst meine Winterträume,"
das Blatt antwortete ungehalten:
"Du bist von niedriger Herkunft und hast dich nie über deine Niedrigkeit erhoben, griesgrämiges, stummes Ding. Du lebst nicht in den höherern Sphären und hast von Musik keine Ahnung."
Dann legte sich das Blatt auf die Erde und schlief ein.
Als der Frühling kam, erwachte es wieder -
und war ein Grashalm.
als es Herbst wurde, die Zeit für den Winterschlaf nahte und in den Lüften die Blätter fielen, murmelte es:
"O diese Blätter im Herbst!
Sie machen so einen Lärm!
Sie stören meine Winterträume."

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Die Wirklichkeit
Indisch



Vier blinde Männer werden zu einem Elefanten geführt und gefragt:
"Was ist das?"
Die Blinden tasten. Der erste, den Rüssel fühlend, sagt: "Ein Rohr."
der zweite, die Flanke fühlend: "Eine Wand."
Der dritte, der auf der Höhe des Schwanzes steht: "Eine Peitsche."
Der vierte, der ein Bein abgetastet hatte: "Ein Baum."

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Ich gehe dieselbe Straße
Aus: Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben
von Sogyal Rinpoche



Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren... Ich bin hoffnungslos.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert ewig, da wieder herauszufinden.


Ich gehe dieselbe Straße.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als ob ich es nicht sehe.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann es kaum glauben, daß ich wieder an derselben Stelle bin.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Es dauert immer noch lange, wieder herauszukommen.


Ich gehe dieselbe Straße.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe, daß es da ist.
Ich falle immer noch rein... aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen,
Ich weiß, wo ich bin.
Ich bin selbst schuld.
Ich steige augenblicklich heraus.


Ich gehe dieselbe Straße.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.


Ich gehe eine andere Straße.

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Berit Anders: Die Hummel



Die Hummel wiegt 4,8 g.
Sie hat eine Flügelfläche von 1,45 cm2 bei einem Flächenwinkel von 6°.
Nach den Gesetzen der Aerodynamik kann die Hummel nicht fliegen.
Aber die Hummel weiß das nicht.

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Martin Buber: Wo Gott wohnt...



Einmal brachte eine Mutter ihren kleinen Sohn zum Rabbi.
Da fragte der Rabbi den Jungen:
"Ich gebe dir einen Gulden, wenn du mir sagst, wo Gott wohnt."
Aber der Bub war weiser:
'Und ich gebe dir zwei Gulden, wenn du mir sagen kannst, wo er nicht wohnt.'

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Die Palme



Ein finsterer Mann ging durch eine Oase. Da hob er einen schweren Stein auf und legte diesen in die Krone einer jungen Palme.
Mit einem bösen Lachen ging er nach Hause.
Die junge Palme schüttelte sich, bog sich und versuchte, die Last abzulegen.
Aber es gelang ihr nicht. Zu fest saß der Stein in ihrer Krone. Da krallte sich der junge Baum tiefer in den Boden und stemmte sich gegen die steinerne Last nach oben.
Seine Wurzeln erreichten das kühlende Wasser in der Erde, seine Blätter streckten sich zum Sonnenlicht und beide halfen ihm, sich zu einem königlichen und starken Baum zu entwickeln.
Nach Jahren kam der finstere Mann an diese Stelle und wollte nachsehen, wie verkrüppelt diese Palme nun aussehen würde.
Doch er konnte keinen verkrüppelten Baum entdecken. Plötzlich beugte sich die größte und schönste Palme zu ihm hernieder und er konnte sehen, daß ein großer Stein in ihrer Krone lag, und der Baum sprach:
"Guter Mann, ich muß Dir danken, deine Last hat mich erst stark gemacht."

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Paulo Coelho: Der Elefant

oder Die dünnen Fesseln der Gewohnheit


Cerciciphyllum japonicum

Einem Dompteur gelingt es, einen Elefanten mit einem ganz einfachen Trick zu beherrschen:
Er bindet das Elefantenkind mit einem Fuß an einen großen Baumstamm.
Sosehr es sich auch wehrt, es kann sich nicht befreien. Ganz allmähich gewöhnt es sich daran, daß der Baumstamm stärker ist als es selbst.
Wenn der Elefant erwachsen ist und ungeheure Kräfte besitzt, braucht man nur eine Schnur an seinem Bein zu befestigen und ihn an einen Zweig anzubinden und er wird nicht versuchen, sich zu befreien.
Denn er erinnert sich daran, daß er diesen Versuch unzählige Male vergebens unternommen hat.

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Khalil Gibran: Die beiden Käfige



Im Garten meines Vaters stehen zwei Käfige.
In dem einen ist ein Löwe, den meines Vaters Sklaven aus der Wüste Ninive brachten, in dem anderen ist ein Sperling, der nicht singt.
Bei Tagesanbruch ruft der Sperling jedesmal zu dem Löwen hinüber:
"Guten Morgen, Bruder Gefangener!"

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Paulo Coelho: Die blaue Feder



Eine Legende aus der Wüste erzählt die Geschichte eines Mannes, der in eine andere Oase ziehen wollte.
Er begann sein Kamel zu beladen. Er belud es mit Teppichen, seinen Küchengerätschaften, seinen Truhen mit Kleidern - und das Tier ließ es zu.
Als sie aufbrachen, fiel dem Mann eine schöne blaue Feder ein, die ihm sein Vater geschenkt hatte.
Er holte sie und legte sie auf den Rücken des Kamels. Da brach das Tier zusammen und starb.
"Mein Kamel bricht unter einer Feder zusammen", mag er gedacht haben.
Manchmal denken wir dasselbe von unserem Nächsten, ohne zu begreifen,daß unser kleiner Scherz vielleicht der Tropfen gewesen ist, der das Fass des Leidens zum Überlaufen brachte.

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Wirkliche Furchtlosigkeit erwächst
aus der Zartheit,
aus der Bereitschaft,
dein verwundbares, wunderbares Herz
von der Welt berühren zu lassen.

Chögyam Trungpa

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J. P. Sartre:



Dein Leben hängt davon ab,
was Du aus dem machst,
was aus Dir gemacht worden ist.

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Hilde Domin:



Wenn ein Blatt abfällt, sitzt bereits eine Knospe darunter.
Sie nennen es Herbst.

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nach Henry Nouwen:



"Weißt du was", sagt die Schwester zu ihrem Bruder, "ich glaube, es gibt ein Leben nach der Geburt!"
"Was für eine Idee!" erwidert er, "warum denn? Hier ist es doch schön dunkel und warm, und wir haben genug zu essen."
Das Mädchen gibt nicht nach: "Es muss doch mehr als diesen Ort geben, etwas, wo Licht ist. Und vielleicht werden wir uns frei bewegen und mit dem Mund essen."
Aber sie kann ihren Zwillingsbruder nicht überzeugen.
"Mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Und es ist noch nie einer zurückgekommen von "nach der Geburt". Das hier ist alles, was es gibt! Und mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Warum willst du immer noch mehr?"
Nach längerem Schweigen sagt die Schwester zögernd: "Aber weißt du, was ich noch glaube? Ich glaube, dass wir eine Mutter haben!"
"Eine Mutter!" entgegnet er spöttisch, "ich habe noch nie eine Mutter gesehen, also gibt es sie auch nicht."
"Aber manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt..."
Wieder schweigen beide eine Zeit lang. Schließlich fährt die Schwester fort: "Spürst du nicht ab und zu diesen Druck? Das ist doch immer wieder ganz unangenehm. Manchmal tut es richtig weh."
"Ja, aber was soll das schon heißen?"
"Ich glaube, dass dieses Wehtun dazu da ist, um uns auf einen anderen Ort vorzubereiten, wo es viel schöner ist als hier und wo wir unsere Mutter von Angesicht zu Angesicht sehen werden. Wird das nicht aufregend sein?"

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Stille - östliche Weisheit



Die Stille ist nicht auf den Gipfeln der Berge,

der Lärm ist nicht auf den Märkten der Städte.

beides ist im Herzen der Menschen.

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Die Prinzessin und der Drache



Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten uns einmal schön und mutig zu sehen.
Vielleicht ist alles Schreckliche im Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will.

(Rainer Maria Rilke, österreichischer Erzähler und Lyriker, 1875 - 1926)



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aus der Gosse -östliche Weisheit



Wahrscheinlich ist Varanasi - früher Benares genannt - die Stadt auf dieser Erde, die den höchsten Verbrauch an Blumen hat.
Hunderte von Tempeln, Zehntausende von Götterbildern und -statuen brauchen Schmuck. In jedem und an jedem gibt es Blüten und Blumen, die in vielfältigsten Arrangements - in Kränzen und Sternen, in Leis und Girlanden - geflochen und gesteckt, gestellt und gelegt und geopfert werden.

Ständig müssen sie erneuert werden - die meisten in dem heissen Klima täglich.

Ein Reisender wollte herausfinden, woher all diese vielen, vielen Blumen kommen.
Schliesslich gelangte er weit ausserhalb der Stadt in eine Gegend, aus der ihm ein entsetzlicher Gestank entgegenströmte.

Es waren jene Felder, auf die die Abwässer und Exkrementer der Stadt geleitet werden - und er sah:
Von dort kommen die Blumen.

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Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, dass man neue Landschaften sieht,
sondern dass man mit neuen Augen sieht.

Marcel Proust

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INTERESSANTE ORTE IM NETZ:

Bei den Aktivitäten dieses gemeinnützigen Vereins geht es darum, dem Trend zu einer kommerzialisierten Rundumgesellschaft etwas Sinnvolles, Spirituelles entgegenzusetzen. "Andere Zeiten" bieten unserer Zeit eine meditative Struktur und einen hilfreichen Rhythmus an.



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    Dinge, die man als Kind geliebt hat, bleiben im Besitz des Herzens bis ins hohe Alter.
Das schönste im Leben ist, dass unsere Seelen nicht aufhören an jenen Orten zu verweilen,
wo wir einmal glücklich waren.

Khalil Gibran