Sabine Elender
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  • Informationen über Glas und seine Entstehung:



    Glas bildete sich vor über 40 Millionen Jahren durch die ungeheure Hitze und den Druck von Volkanausbrüchen. Es besteht aus Sand, Pottasche und Kalk und wird wegen seiner zufälligen Atomstruktur als unterkühlte Flüssigkeit bezeichnet.

    Obsidiane und Tektite heißen solche natürlich entstandenen glasigen Gesteine. Der Steinzeitmensch benutzte sie schon als Schneidewerkzeug. Das erste von Menschen hergestellte Glas wurde vermutlich ca. 3500 v. Chr. in Anatolien und Mesopotamien produziert. Im zweiten Jahrtausend vor Christus entwickelte sich die Glasproduktion unabhängig voneinander im griechischen Mykene, in Ägypten, in China und in Nordtirol.

    Wahrscheinlich entstand Glas zufällig beim Brennen der Töpferwaren. War zum Beispiel der Sand besonders kalkhaltig, vielleicht auch ein bisschen Salz im Gemenge und der Töpferofen zu heiß, entstand ein glasartiger Überzug (Glasur) auf der Keramik. Um 1500 vor Christus gelang es schließlich, Glas unabhängig von einer keramischen Unterlage herzustellen.

    Im Europa des Mittelalters wurden die Geheimnisse der Glasherstellung sorgfältig gehütet, in der Renaissance galt Venedig als Zentrum der Glas- und Perlenherstellung für die ganze Welt. Im 13. Jahrhundert verlegten die Venezianer die gesamte Glasherstellung auf die Insel Murano. Von dort flüchtende Glasmacher überquerten die Alpen und brachten die Glaskunst in den Thüringer Wald, den Schwarzwald, den Bayerischen Wald, das Fichtelgebirge, Böhmerwald und das Erzgebirge und Riesengebirge.

    Die Zusammensetzung der Rohstoffe für die Glasherstellung hinterließ der assyrische König Ashurbanipal auf einer Tontafelbibliothek um 650 vor Christus: "Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen, 5 Teile Kreide - und Du erhältst Glas." Sand, Kalk, Soda und Pottasche hieß die Rezeptur später.

    Die chemischen Bestandteile waren im Prinzip gleich. Bei 1400 Grad Celsius schmelzen sie zu Glas. Beim Aufschmelzen des sogenannten Gemenges entwickelt sich Schaum mit großen Blasen, der einen Teppich bildet. Danach wird die Masse "geläutert". Das heißt, dass jetzt die restlichen Gase in Form von kleinen Bläschen heraustreten. Am Ende ist das Glas größtenteils frei von Einschlüssen und Blasen. Bei welcher Temperatur diese verschiedenen Phasen passieren, hängt von den jeweils beigemengten Rohstoffen ab. Heute werden etwa 60 Prozent der rund 90 auf der Erde vorkommenden Elemente bei der Herstellung von Glas eingesetzt.



    Mit flüssigem Glas arbeiten - über der Flamme Perlen selber herstellen:




    Glas ist für mich ein geheimnisvolles Material und mein Traum ist es schon lange, Glasperlen selbst über der Flamme zu wickeln. Als in Hamburg bei Evamarie Volkmann Kurse angeboten werden, bin ich - sozusagen sofort Feuer und Flamme - dabei. Aber Glas ist nicht nur schön, sondern auch schwierig. Glas lehrt mich Geduld. Das heiße flüssige Glas hat seine eigenen Regeln.

    Bei aller Geduld, Konzentration und Anstrengung bringe ich nicht zwei gleiche Perlen zustande. Und rund sind sie auch nicht. Kurze Frustration macht sich bei mir breit, ich kaufe mir einen Gasbrenner zum Üben zuhause, aber das ist kein Vergleich mit einem Sauerstoffkonzentrator. Die komplette Ausstattung zum Selber-Perlen-wickeln ist teuer, und ich wollte zunächst noch austesten. Das ist eine sinnvolle Entscheidung, denn meine Perlen verbrennen und werden schief und krumm.





    ....und noch ein Versuch mit dem Perlendrehen im Jahr 2013. Ich wickele schöne Perlen in noch schöneren Farben, aber trotz aller Bemühungen werden meine Perlen nicht rund. Und das ist unverzichtbar, finde ich und damit ist das Glasperlenwickeln für mich leider nur eine recht kurze Episode geblieben.

    Mit flüssigem Glas arbeiten - über der Flamme Perlen selber drehen (oder: wickeln), das war lange Zeit mein großer Wunsch. Ich habe das Glück gehabt, die ausgefallene Tätigkeit kennenzulernen, d.h. ich habe mir den Traum erfüllt. Zweimal sogar. Aber es war nicht der richtige Zeitpunkt in meinem Leben und es wird bei diesen zwei Malen bleiben. Für diese Arbeit müssen alle Finger tipptopp gesund sein.



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    Viktor Frankl